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Freizeit – in der Zeit vor dem Smartphone

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Herausgegeben von in DENKE jung ·
Tags: Früher
Heute sind Kinder und Jugendliche sehr stark organisiert in ihrer Freizeit: Sportvereine, Musikschule, Kurse und anderes mehr geben auch in der Freizeit den Takt vor. Bleibt da noch freie Zeit? Fast alle sind via Natel jederzeit erreichbar und vernetzt. Was haben wir eigentlich früher gemacht, als es dies alles noch nicht gab?
 


Im Schachen, wo ich aufgewachsen bin, gab es damals nur drei Fernseher – schwarzweiss natürlich. Bei uns Kindern waren vor allem Tiersendungen beliebt. So zum Beispiel Flipper – eine Sendung mit einem Delphin oder Lassie – die Sendung mit dem schlauen Hund. Wenn die Sendezeit näher rückte, klopften wir einfach bei «Gändlers» an die Tür und fragten, ob wir fernsehen dürften. Da sassen dann oft an die zehn Kinder auf dem Stubenboden und schauten gebannt auf den Kasten mit den Bildern. Ein kurzer Dank am Schluss und schon waren wir wieder draussen. Verschlossene Haustüren gab es eigentlich nicht. Fast vor jedem Haus stand eine Sitzbank und nach Feierabend sassen ältere Leute, aber auch Väter und Mütter darauf und wir Kinder spielten. «Ds Karis Platz» war meistens leer von Autos und so wurde da «gvölkeret, gschiässerlet, tschuutät oder Kantön ufgrüeft». Ungeniert spielten Buben und Mädchen Gummitwist oder «Königin, Königin wiä mänge Schritt darf i». An jeder Hausecke konnte man «Rotliecht» spielen und dauernd hörte man den Ruf «Aagschlagä für mich!» oder «Ziiligruuper drü mal sii». Wenn wir müde waren setzten wir uns auf eine Bank und spielten mit einem Ball «Nämä rätle». Die Feierabende im Schachen waren selten langweilig, weil immer viele Kinder auf der Strasse waren. Natürlich gab es auch oft Krach und Streitigkeiten zwischen uns. Da wurden Kämpfe ausgetragen, gedroht und viel  gelärmt, manchmal aber auch gesungen. Abends gaben die Kirchenglocke mit dem «Bättälüütä» das Zeichen zur Heimkehr.  


 
An Sonntagen verbrachten wir ganze Nachmittag mit «Hirschsuächis» oder «Räuberlä und Bolänä». Keine Lädenhütte, kein Stall, kein Schlupfloch zu klein für ein Versteck. Wenn sich ein Gesuchter nicht finden liess, so ertönte immer wieder der Ruf: «Bscheid gää susch höräd-mer!». Da noch wenig geteert war, gab es überall die Möglichkeit auch «z gfätterle und z lochä». Am schönsten aber war es im Wald. Das «Bluttäwäldi» im Bürgeli war oft heiss umkämpft von verschiedenen Gruppen und überall wurden Hütten gebaut oder «bbächäläd». Ich glaube unsere Eltern wussten meistens nicht, wo wir waren. Sie hätten wohl auch nicht Zeit gehabt sich dauernd um uns zu kümmern – was uns natürlich entgegen kam.
 
Gibt’s das alles nicht mehr heute? Letztes Jahr sah ich vor unserem Haus abends oft Kinder und Jugendliche – alle mit einem Natel in der Hand. Sie suchten offensichtlich etwas, aber was? «Pfiili suächä?» Etwas Ähnliches: Pokemons! So hat jede Zeit ihre Spiele und ihren Spass.



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